Erfahrungsbericht Optergo
Erfahrungsbericht von Dr. Jürgen Kniepen:
Die neue OPTERGO Brille als Hilfe für eine bessere Arbeitshaltung
Jeder Zahnarzt erkennt entweder schon im Studium oder spätestens während der Assistenzzeit, dass der Beruf des Zahnarztes körperlich sehr anstrengend sein kann. Die Bedingungen, unter denen der Zahnarzt behandeln muss, sind im Vergleich zu anderen Tätigkeiten sehr speziell. Das Bestreben der zahnärztlichen Ergonomie am Arbeitsplatz ist es, die körperliche Leistungsfähigkeit zu bewahren und somit eine langjährige Berufsausübung zu ermöglichen.
Am Stuhl des Zahnarztes findet man eine hoch komplexe und sehr schwierige Arbeitsposition vor, die ergonomisch sinnvoll zu gestalten, sehr viele Hürden überspringen muss. Diverse Ansätze, die Behandlungsabläufe mit Hilfe verschiedener Anordnungen der Behandlungsstühle und Instrumententräger zu beeinflussen, sind die hinlänglich bekannten Behandlungskonzepte 1 bis 4. Jeder Zahnarzt sollte sich spätestens zum Zeitpunkt der Niederlassung mit diesen grundsätzlich unterschiedlichen Behandlungsmethodiken vertraut gemacht haben und das für ihn passende, für viele Jahre bindende (!), Konzept wählen.
Alle diese Ansätze heben das Ziel, dem Zahnarzt eine möglichst gute Sitzposition, aus der er maximal gut sehen und arbeiten kann, zu ermöglichen. Auch wenn sich im Praxisalltag die Konzepte deutlich unterscheiden, so bleibt doch eines immer im Mittelpunkt des Interesses des Zahnarztes: Gut sehen! Was ich nicht sehe, kann ich nicht behandeln. Für spezielle Gebiete der Zahnheilkunde haben sich vergrößernde Sehhilfen wie Lupenbrillen und Mikroskope aus gutem Grund durchgesetzt.
Mit dem Einzug der Lupenbrille in den Alltag des Zahnarztes haben sich allerdings die ergonomischen Verhältnisse geändert. War der Zahnarzt ohne Lupenbrille durch Blicksenkung noch einigermaßen in der Lage, den Kopf gerade zu halten, so wurde dies bei der Lupenbrillenbenutzung, bedingt durch falschen Arbeitsabstand und nur kleinen Sehausschnitt, unmöglich. Die Folgen kennt jeder, der schon einmal mit Lupen versucht, hat seine Arbeitsergebnisse im Mund zu verbessern: Verspannungen im Nacken, vermehrte Schmerzen im Rücken bei allgemeiner Erschöpfung.
Laut Umfragen unter Zahnärzten klagt der überwiegende Teil über solche oder ähnliche körperliche Auswirkungen des Berufes. Hier setzt die Philosophie eines neuen Ansatzes zur Sehhilfe und Vergrößerung an.
Ein speziell ausgebildeter Augenoptikermeister, der mit der besonderen Arbeitsweise eines Zahnarztes vertraut gemacht wurde, besucht die Praxis. Hier wird schon einmal ein kurzer Check der ergonomischen Verhältnisse in der Praxis durchgeführt. Dazu gehört neben der richtigen Höheneinstellung des Behandlerstuhles z.B. auch die richtige Positionierung des Fußanlassers. Schon in dieser Phase bemerkte ich, dass sich hier jemand profunde Gedanken um die Arbeitsweise in der zahnärztlichen Praxis gemacht hat.
Hauptsächlich dient dieser Besuch allerdings der aufwändigen Messung aller individuellen Parameter des Behandlers, einschließlich des so wichtigen individuellen Arbeitsabstandes. Ein weiterer Termin zur Visusbestimmung findet dann in den Räumen des Optikers statt. Fehlsichtigkeiten werden berücksichtigt und Brillenträger bekommen Korrekturgläser in die OPTERGO® Brille eingearbeitet Diverse Titanfassungen in unterschiedlichen Formen und Farben stehen zur Auswahl.
Ziel dieses ganzen Aufwandes ist jetzt die Herstellung einer individuellen Arbeitsbrille mit eingebauter Veränderung des Betrachtungswinkels durch ein Prismensystem, welches es dem Zahnarzt erlaubt, aufrecht und gerade zu sitzen, aber dennoch in der Mundhöhle gut sehen und arbeiten zu können. Nach einigen Wochen kommt die Brille aus der Herstellung zurück und wird vom Optikermeister wie jede andere Brille angepasst.
Vom ersten Moment an hatte ich keinerlei Eingewöhnungsprobleme. Persönlich hatte ich eine stärkere Abwinklung des Blickes erwartet; allerdings war dies nur der erste Eindruck. Vom nächsten Tag an trug ich die neue OPTERGO® Brille und konnte perfekt sehen. Die Vergrößerung durch das Prismensystem ist deutlich spürbar und liegt ungefähr bei 1,3-fach. Dies ist für normales Arbeiten schon sehr angenehm und in Verbindung mit der spürbar aufrechteren Haltung des Körpers eine neue Erfahrung des Behandelns.
Präzisionsarbeiten, die zwingend eine stärkere Vergrößerung benötigen, erledige ich in Verbindung mit einem Rido-Clip (2,0 – 2,5 – 3,0 -fach), der einfach auf die OPTERGO® Brille aufgesetzt wird. Eine ab Werk eingearbeitete Lupenvergrößerung ist ebenfalls erhältlich. Diese Variante ermöglicht eine sehr viel angenehmere Positionierung des Halte- und Stützapparates bei gleichzeitigem perfekten Blick auf das Arbeitsfeld im Vergleich zu herkömmlichen Lupenbrillen. Dass die Brille aufgrund ihres enganliegenden Nasenstegs und Ihrer relativen Größe auch eine Schutzfunktion übernimmt, sei hier nur am Rande vermerkt.
Die OPTERGO® Brille hat in kurzer Zeit einen festen Platz in meiner Praxis eingenommen. Es ist möglich, die Brille auch außerhalb des Behandlungszimmers zu tragen, allerdings bevorzuge ich zum Patientengespräch meine normale Brille.
Zusammengefasst handelt es sich bei der neuen OPTERGO® Brille um ein hochinteressantes optisches Mittel, welches hilft, ein gravierendes, ergonomisches Problem in der zahnärztlichen Praxis zu lösen.
