Sportbrille Teil 2 – Welche Brille für welche Sportart?

Sportbrille Teil 2 – Welche Brille für welche Sportart?
Eine wirklich gute Sicht ist nur einer der vielen Vorteile einer Sportbrille. Aber auch Nicht-Brillenträger tragen Sportbrillen. Und die Anforderungen an eine Sportbrille unterscheiden sich natürlich je nach Sportart.

Joggen und Walken, drinnen oder draußen:

Für den Laufsport sollte die Sportbrille möglichst leicht sein. Nehmen Sie beim Joggen in freier Natur eine hellere Tönung, z.B. Orange, damit Sie auch in schattiger Umgebung gut sehen. Orange oder gelbe Gläser haben meist auch einen Blaufilter, der Kontraste verstärkt. Damit erkennen Sie Unebenheiten und Gefälle besser. Selbsttönende (phototrope) Brillengläser passen sich automatisch den Lichtverhältnissen an. Für das Studio oder den Heimsport hingegen ist eine Tönung unwichtig. Und verwechseln Sie nicht UV-Schutz mit Blendschutz. Blendschutz gibt es in 5 Kategorien von 0 (sehr hell) bis 4 (sehr dunkel, nicht zum Autofahren zugelassen). Lesen sie dazu auch „Der richtige UV-Schutz für Ihre Augen“. UV-Schutz ist für eine Outdoor-Sportbrille unabdingbar.
Eine Laufbrille soll wirksam vor Staub, Pollen, Insekten, Zugluft und seitlichem Streulicht schützen – das können Kontaktlinsen nicht. Die Basiskurve sollte deshalb ausgeprägt sein, aber eine gute Luftzirkulation ermöglichen. Überhaupt ist die Belüftung der Brille wichtig, damit sie nicht beschlägt.

Wassersport:

Wasser reflektiert das Sonnenlicht und man wird schnell geblendet. Deshalb bei Sportbrillen für Wassersportler Blendschutz und UV-Schutz besonders wichtig, am besten in großen geschwungenen Gläsern verarbeitet. Ein zusätzlicher Polarisationsfilter im Brillenglas mildert Lichtreflexionen ab. Große Gläser schützen vor Spritzwasser und selbsttönende Gläser passen sich an schnell wechselnden Wetter- und Lichtverhältnisse an.

Radsport und Reiten:

Ob Drahtesel oder Pferd, die Anforderungen sind ähnlich. Wir haben es mit Fahrtwind, Staub, Spritzwasser, Steinchen, Insekten und natürlich UV-Licht zu tun. Fahrradfahrer und Reiter (vor allem im Gelände) benötigen deshalb besonders große Sportbrillen mit gutem UV-Schutz. Der Abstand zwischen Gläsern und Augen sollte eng genug sein, um ein möglichst großes Sichtfeld zu bieten und möglichst wenig Fremdkörper, Insekten oder Fahrtwind ans Auge zu lassen. Er muss aber groß genug sein für eine ausreichende Belüftung und die Wimpern dürfen nicht am Glas anstoßen.  Auch hier gilt: Nehmen Sie den Helm mit zur Brillenanpassung. Radfahrer und Reiter müssen oft zur Seite blicken, deshalb ist eine Direktverglasung hier besser als ein Clip-In, soweit die Sehstärke es zuläßt (in der Regel zwischen +3 und -6 Dioptrien).
Neben dem UV-Schutz können Tönungen sinnvoll sein. Für schnelle Licht-Schatten-Wechsel sind braune, rotbraune oder rosa Gläser zu empfehlen. Sie verstärken Kontraste, so dass auch bei höheren Geschwindigkeiten Details noch gesehen werden können. Graue Gläser können das nicht, geben aber die Farben naturgetreuer wieder und sind die richtige Wahl für gemütliche Fahrer und Reiter. Gelbe Gläser verschärfen die Sicht auch bei schlechtem Licht und sind vor allem im Gelände hilfreich, wenn schnelle Reaktionen gefragt sind.

Ballsport:

Eine Sportbrille für Ballsportarten sollte leicht und bruchsicher und an den Nasenstegen und im Schläfenbereich gut gepolstert sein (z.B. mit Silikondämpfern), schließlich bekommt nicht selten einen Ball an den Kopf. Meist werden Ballsportbrillen aus robustem und schlagfesten Polycarbonat gefertigt. Die besondere Verglasung lässt die Gläser, wenn überhaupt, nach vorn und nicht Richtung Augen herausspringen. Außerdem muss an den Schläfen ein Seitenschutz vorhanden sein. Damit die Brille bei schnellen Bewegungen oder Stößen nicht vom Kopf fliegt, sorgt ein elastisches Band um den Kopf für besseren Halt. Blendschutz und UV-Schutz sind für Outdoor-Ballsportler ebenfalls Pflicht.

Wintersport:

Langläufer benötigen ganz ähnliche Brillen wie Radfahrer oder Reiter. Wichtig im Winter ist natürlich der Blendschutz und vor allem der UV-Schutz. Schnee und Eis verstärken die UV-Strahlung der Sonne massiv. Blaue Tönungen helfen beim Kontrastsehen, graue biete eine weitgehend natürlich Farbsicht.
Alpin-Skifahrer brauchen eine gut sitzende und gut belüftete Brille mit großem Sichtfeld. Probieren Sie Ihre Skibrille unbedingt zusammen mit Ihrem Helm auf, damit es keine Druckstellen gibt.

Zusammengefasst gilt für alle Sportbrillen:

  • Sportbrillen schützen Ihre Augen vor UV-Strahlung, Blendung, Staub und Steinchen, Wasser, Insekten oder Bällen
  • Sportbrillen müssen rutschfrei und gut anliegend sitzen, ohne zu drücken. Sie sind leicht, stabil, flexibel, bruchsicher und splitterfrei, bieten ein großes Sichtfeld, gute Belüftung.
  • Sie bieten ein möglichst großes Sichtfeld und helfen mit den richtigen Tönungen reflexfrei oder kontrastreicher zu sehen.
  • Die Anpassung Ihrer Sportbrille ist Sache Ihres Augenoptikers.

Quellen:

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